News 15.06.2015

Kämpferischer Optimismus

 

Unter diesem Oberbegriff kann man die Stimmung nach der Mitgliederversammlung des DRAV, dem Deutschen Rennverband für Arabische Vollblüter, am vergangenen Samstag in den Räumen des Kölner Rennvereins bezeichnen. Zu Beginn gedachten die Mitglieder den verstorbenen Persönlichkeiten des Araber-Rennsports und insbesondere der Vize-Präsidentin, Susanna M. Santesson. Dr. Paul Daverio, Präsident, würdigte ihre Verdienste um den Araber-Rennsport in Deutschland gesondert.

Dr Daverio links nach dem Sieg in Baden-Baden
Dr. Paul Daverio (links) bei der Siegerehrung in Baden-Baden

Waren in der Vergangenheit die Mitgliederversammlungen oft von Streit und sogar gerichtlichen Auseinandersetzungen im Vorfeld und danach geprägt, konnte in diesem Jahr konstruktiv über die Zukunft gesprochen werden. Es ist ein Unding, dass Sponsormittel von fast 400.000 Euro jährlich nicht in den Rennsport fliessen können, fasste der Präsident die aktuelle Situation zusammen. Wegen rechtlicher Auseinandersetzungen mit verschiedenen Zuchtverbänden und der sehr unglücklichen Rolle des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen e.V., konnten im Jahr 2014 und auch in 2015 keine Rennen durchgeführt werden. Da der DRAV, als Gründungsmitglied der IFAHR (auf der Araber-Seite der Verband der Rennsport Behörden, analog der IFHA), alleine das Recht hat, Pattern Races (Gruppe- und Listen-Rennen) in Deutschland durchzuführen, fehlen diese nicht nur für die Aktiven und Rennvereine, sondern haben auch dazu geführt, dass die qualitativ guten Pferde nicht mehr in Deutschland im Training sind. Der Bedarf ist da, betonte Andreas Tiedtke, Präsident des Dortmunder Rennvereins, auch im Namen anderer namhafter Rennvereine. Wir haben im Rahmen verschiedener Sitzungen den DRAV und das Direktorium gebeten, konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten, um diese Rennen wieder auf die Bahnen zu bekommen. Günther Gudert, DRAV-Vorstandsmitglied, ergänzte, dass neben diesen Rennen auch erhebliches Sponsoring für die Rennbahnen im Bereich englisches Vollbut zu Verfügung steht, welches nicht fliessen kann. Eine ärgerliche und wohl einmalige Situation angesichts der Finanzlage der Rennvereine

.

Dr. Daverio und der Rechtsbeistand des DRAV berichteten über die nunmehr ergriffenen Massnahmen und rechtlichen Schritte, die dazu führen sollen, dass ab 2016 wieder qualitativ guter Sport in Deutschland angeboten werden kann. Die Basis dafür ist geschaffen, da insbesondere die Sponsoren aus den arabischen Ländern dem DRAV die Mittel hierfür zugesagt haben.

Dabei wäre es einfach, wenn wir in Deutschland den Weg beschritten ,der u.a. in Frankreich funktioniert. Das Direktorium organisiert den renntechnischen Betrieb und die Zuchtverbände beschränken sich auf die Zucht. Der DRAV organisiert die Rennen und darüber hinaus ist Platz für Sponsorenbetreuung und Marketing. Ein Monopol und die Vergabe des Leistungsprüfungsauftrages an die sogenannte FUGARO, die weder ein Verein noch gemeinnützig ist, hat in eine Sackgasse geführt. Die Zuchtverbände ZSAA und VZAP hätten es in der Hand, kurzfristig die verfahrene Situation zu lösen, aber alle Gesprächsangebote wurden zurückgewiesen.

Auch die Rolle des Direktoriums für Vollbutzucht und Rennen e.V., mit dem der DRAV einen Dienstleistungsvertrag hatte, wird nun kritisch hinterfragt werden. Im Raum stehen Vertragsverletzungen und Urheberrechtsfragen.

Die Mitgliederversammlung dankte Dr. Daverio einhellig für sein persönliches und finanzielles Engagement in den letzten Jahren. Ohne dieses würde der Verband, angesichts der von aussen herangetragenen Probleme, nicht bestehen können. Daverio betonte, dass er lieber das Geld in Rennen gesteckt hätte. Bei den anstehenden Wahlen wurde Dr. Daverio für weitere drei Jahre zum Präsidenten gewählt. Neu auf der Position des Vize-Präsidenten ist Andreas Tiedtke. Wegen abweichender Wahlperioden mussten die beiden übrigen Mitglieder im Vorstand nicht neu gewählt werden. Es sind Blanca Gräfin von Hardenberg und Günther Gudert.

 


Foto: Marc Rühl

News 19.05.2015

Mitgliederversammlung am 13.06.2015

 


Liebe Mitglieder,

unsere Mitgliederversammlung findet am 13.6.2015 statt. Die Einladung finden Sie im Mitgliederbereich.
Die Einladungen werden fristgerecht, der Satzung entsprechend, allen Mitgliedern per Post zugestellt.

Des weiteren finden Sie im Mitgliederbereich ein Anschreiben unseres Präsidenten.


Falls Sie noch keinen Zugang zum Mitgliederbereich haben ...

 

Folgen Sie den Anweisungen auf unserer Website oder Sie melden sich telefonisch in der Geschäftsstelle.
Der Mitgliederbereich steht allen Mitgliedern des DRAV zur Verfügung.

 

 

News 07.04.2015

Zum Tode von Vize-Präsidentin Susanna Santesson

santesson


Ihre Koffer waren stets gepackt für den Pferde-Rennsport. Der nächste Flug war immer schon gebucht. Susanna Santesson war eine permanent Reisende. Ihre Ziele steuerte sie an als langjährige Geschäftsführerin und Vize-Präsidentin des Verbands deutscher Amateur-Rennreiter oder sie reiste in ihrer Rolle als Generalsekretärin der Fegentri um die Welt. International war sie erst vor wenigen Monaten zur Vize-Präsidentin der International FederationofHorse RacingAcademies (IFHRA) ernannt worden. Ihr nationales Engagement konzentrierte sie insbesondere auch als Vize-Präsidentin des DRAV wesentlich auf den deutschen Araber-Rennsport.

Mit ihrem plötzlichen Tod hat die Renn-Szene national wie international eine ihrer kompetentesten und schillerndsten Persönlichkeiten verloren, die als eine Botschafterin und Multi-Funktionärin bis zuletzt mit vollem Engagement für die Entwicklung des Amateur- und Araber-Rennsports wirkte.

Als Präsident des Rennvereins für arabische Vollblüter (DRAV) hatten sowohl ich wie auch der Vorstand in Susanna Santesson als Vize-Präsidentin eine in ihrer Überzeugung für die Entwicklung des deutschen Araber-Rennsports kompetente Enthusiastin an der Seite, mit deren Unterstützung es möglich gewesen ist, auch die aktuell schwierigen Phasen des Verbands zu durchlaufen.

Die Araber-Rennen lagen Susanna Santesson am Herzen. Durch ihren Einsatz ebnete sie in den Anfängen maßgebend den Weg für die arabischen Rennpferde auf die deutschen Rennbahnen. Sie setzte sich mit Kompetenz und Überzeugungskraft dafür ein, dass erfolgreiche Jockeys auf arabischen Vollblütern an Renntagen des Direktoriums an den Start gingen. Das Araber-Rennen in Deutschland an Englisch-Vollblut-Renntagen organisiert werden konnten, ist dem Einfluss von Susanna Santesson zu verdanken.

Ihre umfangreichen internationalen Kontakte, die sich auch freundschaftlich ausdrückten, trugen deutlich auch dazu bei, die deutsche Araber-Rennszene mit aufwachsenden Sponsorenmitteln ausstatten zu können.

Ihre große Kompetenz gerade auch im Bereich der Renntechnik war für den DRAV und somit für die gesamte Araber-Rennszene wertvoll und ist unverzichtbar. Der Verlust von Susanna Santesson stellt die deutsche Araberszene vor wiederum neue Herausforderungen.

Susanna Santesson hatte in den 1970er/1980er Jahren selbst als eine der ersten Rennreiterinnen in Deutschland erfolgreich im Sattel gesessen. Für eine Frau in der damaligen Zeit eine tollkühne Liebe, für die sie wohl zu kämpfen gelernt hat. Man kannte sie eben auch als eine starke Kämpferin für ihre Ziele. Dabei erlebte man sie auf den Bühnen der Rennpferde-Welt elegant, charmant und herrlich bunt.

Privat blieb Susanna Santesson diskret; Ihr plötzlicher Tod erschüttert. Der Sport und die Pferde haben sie nie losgelassen. Jetzt musste sie loslassen – aber steuernd, mitten heraus aus dem Leben wie immer mit gepacktem Koffer auf dem Weg zu ihrem nächsten Ziel. Das sind Stärke und Passion. Susanna Santesson! Wir werden uns erinnern.


Dr. Paul Daverio

Präsident DRAV e.V.

Auch im Namen des Vorstands und des Sekretariats
Günther Gudert, Blanca von Hardenberg, Kathi Schmidthüsen