News 17.12.2015

Liebe Mitglieder,

die traurige Nachricht vom Tod unseres Beiratsmitglieds und DRAV-Unterstützers Wieger de Ruiter, der am vergangenen Sonntag, 13. Dezember 2015 nach einer Phase der Krankheit verstorben ist, trifft uns in einer Zeit, in der wir diesen beeindruckenden Kämpfergeist weiterhin sehr gebraucht hätten.

Wieger de Ruiter als Präsident des holländischen Rennverbands DARC war nicht nur ein Enthusiast im Pferderennsport im eigenen Land und engagierte sich als grosser Macher der holländischen Araber-Rennszene. Er hatte auch den notwendigen internationalen Weitblick, den er mit Kontakten in die ganze Welt des Araber-Galopprennsports verknüpfte und dort auf der globalen Ebene seine Ideen und sein Engagement gab, um unseren Sport immer weiter zu entwickeln und zu fördern.

In seiner Funktion als Vorstandsmitglied und Schatzmeister der IFAHR war Wieger de Ruiter an entscheidender Stelle international tätig und prägte die Aufstellung der internationalen Araberrennszene entscheidend mit.

Die Vorstandsebene vom DRAV hat in den vergangenen Jahren mit Wieger de Ruiter Kooperationen für den Rennsport entwickelt, die dem DRAV e.V. für die deutsche Araberrennszene nie dagewesene Möglichkeiten des Galopprennen-Sponsoring brachte. Das vom DRAV e.V. aufgelegte Qatar NEAR Programm z.B. war ein internationales Produkt der Zusammenarbeit der Präsidenten des deutschen und des holländischen Rennverbands und anderer europäischer Länder.

Auch seit der DRAV e.V. durch die versuchte Übernahme-Aktion der deutschen Zucht-verbände aus dem Rennen geworfen werden soll, zeigte sich Wieger de Ruiter als verlässlicher Partner des DRAV und Freund und blieb bis zu seinem Tod im Alter von 84 Jahren ein Mitstreiter in der Sache des DRAV.

Wir werden diesen beeindruckenden Menschen,  der bis ins hohe Alter hinein weite Teile seines Lebens zusammen mit seiner Frau als sich ergänzendes Team dem Araber-Rennsport in der ganzen Welt widmete, sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken gehen zu Margreet de Ruiter, seiner Frau, und zu seiner Familie.

In stillem Gedenken des gesamten Vorstands und Beirats des DRAV


Dr Paul Daverio                          Andreas Tiedke

Präsident DRAV                          Vize-Präsident DRAV

 

 

News 19.11.2015

„One World – Six Continents“

Arabian Horse Flat Racing Festival in Abu Dhabi 

13.11.15 Abu Dhabi    AD08111500103

 
von Thorsten Danz

 

Abu Dhabi

Alle Augen der Turffreunde von arabischen Vollblütern waren in der letzten Woche auf Abu Dhabi gerichtet, wo vom 3. bis 9. November das „HH Sheikh Mansoor bin Zayed Al Nahyan Global Arabian Horse Flat Racing Festival" stattgefunden hat. Unter dem Slogan „One World – Six Continents" waren über sechshundert Gäste aus einundachtzig Ländern zu diesem Festival eingeladen worden, das am Sonntag mit dem Gruppe I-Rennen „Sheikh Zayed Bin Sultan Al Nahyan Jewel Crown", dem mit 1,2 Millionen Euro Preisgeld am höchsten dotierten Rennen für arabischeVollblüter auf der ganzen Welt, seinen Höhepunkt erlebte. In diesem Rennen kamen sechzehn der weltweit besten Araber über die Distanz von 1.600 Metern an den Start. Ein sehr starkes Engagement der Verantwortlichen war dem Sheikh Mansoor Festival mit seiner Direktorin Lara Sawaya vorangegangen. Unter dem Patronat von HH Sheika Fatima bint Mubarak wird jedes Jahr weltweit eine Rennserie ausgetragen, die für weibliche Jockeys bzw. Auszubildende vorgesehen ist. Aus Deutschland waren Michelle Blumenauer, Rebecca Danz, Laura Giesgen, Eva Maria Herresthal, Tamara Hofer und Berit Weber - begleitet von Kai Schirmann von der German Jockey School und Sabine Effgen für den Amateurverband - zu dem Festival in Abu Dhabi eingeladen worden. Von unseren Reiterinnen hatte sich leider keine für den Endlauf am Sonntag qualifizieren können. Deutschland hatte in dieser Saison ein wenig das Glück bei den zugelosten Pferden gefehlt, zudem konnte in diesem Zeitraum leider kein Sieg eingefahren werden. Der deutsche Araberverband DRAV e.V. wurde als Gründungsmitglied der IFAHR von Gräfin Blanca von Hardenberg, Kathi Schmidthüsen sowie dem Hoppegartener Trainer Gunther Richter repräsentiert. Unter der Woche wurde ein erstklassiges Rahmenprogramm mit mehreren Konferenzen geboten, die alle Themen des Rennsports betrafen. Die Konferenzen mit internationalen Fachreferenten wurden als Podiumsdiskussionen von den Moderatoren Derek Thomson, Liz Price und Gary Capwell professionell präsentiert und live im TV übertragen. Kai Schirmann war als Referent zum Thema „Jockeys – High Performance Athletes – At the Top" im Einsatz. An allen Abenden wurde von Lara Sawaya – Director des Festivals - zum Diner eingeladen. Ob im Ritz Carlton, im Eastern Mangroves Anantara oder auf der Emirates Palace Terrace, es wurde überall sprichwörtlich ein Feuerwerk an atemberaubenden Shows abgebrannt. Am Gala Diner Award wurden viele der Gäste und alle Reiter und Reiterinnen mit der „Abu Dhabi One World – Six Continents-Trophy" ausgezeichnet. Die sportlichen Events wurden am vergangenen Sonntag auf der Rennbahn in Abu Dhabi ausgetragen. Im Endlauf der „HH Sheika Fatima Bint Mubarak Apprentice Jockey World Championship" siegte der von Trainer Ahmed Al Mehairabi vorbereitete Ak Adour unter dem Auszubildenden Ben Thomson für Australien. Die Trophäe der „Ladys World Championchip" ging in diesem Jahr in die Schweiz. Astrid Wunschlegger war auf dem nicht zum Favoritenkreis zählenden Najm Alemarat (Trainer Eric Lemartinel) nach einem gut eingeteilten Ritt im Ziel verdient voraus. Der absolute Höhepunkt folgte mit der „Jewel Crown", 200.000 Euro höher dotiert als der Arabian World Cup am Arc-Tag in Longchamp. Mit dieser enormen Dotierung möchte Abu Dhabi seine zentrale Position im Herzen des Rennsportes für arabische Vollblüter manifestieren. Ein Feld von sechzehn international hoch eingestuften Pferden ging in dem Rennen auf die Reise, drei aus den United States of America, drei aus Europa, drei aus den GCC Nationen und der Rest aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Moderator Derek Thompson hatte vorher die beiden USA-Pferde So Big Is Better und Paddy's Day auf der Rechnung, die auch in der internationalen Fachpresse viel Zuspruch fanden. Es war jedoch keines dieser Pferde, das bei der Entscheidung um den Sieg mitreden konnte. Vielmehr war es der von Trainer Alban de Mieulle für Umm Qarn (Sheikh Abdulla Al Thani) aufgebotene Kalino, der nach einem Glanzritt von Olivier Peslier die „Jewel Crown" nach Katar entführte. Aus dritter Position verschaffte sich Olivier Peslier schon früh eine hervorragende Ausgangsbasis. In der Zielgeraden bekamen die Zuschauer einen tollen Kampf zweier Pferde geboten. Lediglich Sahabba (Damien De Watrigant) unter Jean-Baptiste Hamel konnte dem Tempo von Kalino in der Zielgeraden noch folgen, während der Rest des Feldes chancenlos war. Zwischen beiden entbrannte auf den letzten dreihundertfünfzig Metern ein Zweikampf bis zur Linie. Kalino konterte alle Angriffe von Sahabba, gewann mit einem kurzen Kopf und ließ Katar jubeln. Trainer Alban de Mieulle: „Seit heute wissen wir, dass Kalino ein sehr gutes Pferd ist. Wir haben bei ihm die Taktik ein wenig umgestellt und ihn mit Seitenblender laufen lassen, damit er sich besser konzentriert. Zu Olivier habe ich gesagt, geh und warte nicht. Es war ein exzellenter Ritt." Olivier Peslier sagte beschwingt nach dem Sieg: „Es ist ein großer Sieg. Ich bin glücklich hier zu reiten. Wir haben die besten Pferde, Jockeys, Auszubildende und weiblichen Jockeys gesehen, daher fühlt sich der Sieg großartig an." Der Abschluss fand unter dem Motto „Wild Victory Party" im Anantara Easter Mangroves statt. Lara Sawaya bedankte sich bei allen Gästen, die der Einladung gefolgt waren, und ehrte alle Sieger. Abu Dhabi hat mit diesem Festival seinem Slogan alle Ehre gemacht: „One World – Six Continents." Abu Dhabi - The Capital of Arabian

 

Das Original aus der Sportwelt lesen sie hier ....

One World - Six Continents

 

 

News 16.10.2015

Liebe Mitglieder,

wie es auf unserer Jahreshauptversammlung im Juni beschlossen wurde, hat der DRAV Klage beim Landgericht Hannover eingereicht gegen die deutschen Zuchtverbände VZAP und ZSAA wegen Missbrauch ihres Monopols und Kartellrechtsverletzung. Mit dieser Klage geht einher eine Schadensersatzforderung des DRAV.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen des DRAV seit 2014, eine Kompromisslösung zwischen Rennverband DRAV und Zuchtverbänden VZAP und ZSAA herbeizuführen, was die Beauftragung der Rennen als Leistungsprüfungen betrifft, wird jetzt auf dem Rechtsweg die Lage für den Araberrennsport in Deutschland geklärt werden. Seit der letzten Vorstandsversammlung des VZAP im Sommer ist offiziell bekannt geworden, dass der Zuchtverband VZAP mit existenziellen finanziellen Problemen kämpft.

Herr Eberhard, beauftragtes VZAP- Vorstandsmitglied einer Aufklärungsgruppe rund um die gebildete Finanz Task Force, die eingesetzt wurde, um die Aktionen des geschäftsführenden Vorstand des VZAP zu prüfen, wandte sich im Juli an den DRAV- Präsidenten mit der Bitte, die Klage des DRAV vorab erhalten zu können. Sein Vorhaben sei es, so stellte er sein Ansinnen dar, dem geschäftsführenden Vorstand die Klage vorzulegen, um eine aussergerichtliche Einigung herbeizuführen. Der DRAV- Vorstand hatte dieser Bitte entsprochen und die Klage vorab zur Einsichtnahme herausgegeben. Nach Erhalt der Klageschrift wurden jedoch keine weiteren Verhandlungen seitens des VZAP/ZSAA aufgenommen, so dass unklar bleibt, zu welchem tatsächlichen Zweck die Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde.

In dieser Woche hat in Paris die Jahreshauptversammlung der IFAHR stattgefunden, auf dieser der DRAV wie jedes Jahr vertreten war. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt nach der Vorstellung der strategischen Ziele der IFAHR für 2016 und der Wahl des jetzt neuen IFAHR- Mitgliedslands Italien war die von der IFAHR auf die Tagesordnung gesetzte Berichterstattung des DRAV über die Lage der Rennen für Arabische Vollblüter in Deutschland. Präsident Dr. Daverio berichtete über den aktuellen Stand der Situation bezogen auf die Klage und die gerichtliche Klärung der Sache. Der DRAV- Vorstand erhoffe sich ein Urteil noch in diesem Jahr.

IFAHR- Präsident Sami Jassim Al Boenain stellte klar, dass dieses Problem erst einmal in Deutschland unter den Beteiligten bzw. vor Gericht geklärt werden müsse. Der Konflikt könne nicht in der IFAHR ausgetragen werden.

Von einer IFAHR- Mitgliedschaft der deutschen Zuchtverbände oder Fugaro wurde in diesem Zusammenhang nicht gesprochen. Der französische Vertreter von France Galop, Dr. Gadot , forderte, dass bis zum Urteil der gerichtlichen Klärung, sofern diese nicht mehr in diesem Jahr und vor der kommenden Rennsaison 2016 erfolge, es notwendig sei, seitens der IFAHR vom deutschen Direktorium(DVR) Köln einzufordern, die Ausstellung der RCN (Racing Clearance Notification) selbst auszufertigen, da es mit Deutschland inzwischen grosse Konfusionen gebe. Für den reibungslosen administrativen Ablauf auf internationaler Ebene sei dies unerlässlich.

Der DRAV- Vorstand bittet seine Mitglieder um Geduld vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Klage. Es ist ein wirklich langer Atem gefragt. Das ist dem Vorstand bewusst. Mit dem Einbiegen in den Klageweg hat der DRAV auf nationaler Ebene Fakten geschaffen, die am Ende des Prozesses in Deutschland für Klarheit sorgen werden, was die Beauftragung zur Durchführung von Araberrennen in Deutschland betrifft.

Der DRAV schöpft seine Möglichkeiten aus und bleibt im Sattel, um seinen Mitgliedern, Besitzern und Trainern und den Freunden des Araberrennsports wieder eine kompetente, lebendige, wachsende und national wie international anerkannt funktionierende Organisation von Rennen anbieten zu können.

 

Mit besten Grüssen im Namen des DRAV- Vorstands

Dr. Paul Daverio                                         Andreas Tiedtke
Präsident                                                    Vize-Präsident

Xanten, 10. Oktober 2015