News 16.10.2015

Liebe Mitglieder,

wie es auf unserer Jahreshauptversammlung im Juni beschlossen wurde, hat der DRAV Klage beim Landgericht Hannover eingereicht gegen die deutschen Zuchtverbände VZAP und ZSAA wegen Missbrauch ihres Monopols und Kartellrechtsverletzung. Mit dieser Klage geht einher eine Schadensersatzforderung des DRAV.

Nach mehreren vergeblichen Versuchen des DRAV seit 2014, eine Kompromisslösung zwischen Rennverband DRAV und Zuchtverbänden VZAP und ZSAA herbeizuführen, was die Beauftragung der Rennen als Leistungsprüfungen betrifft, wird jetzt auf dem Rechtsweg die Lage für den Araberrennsport in Deutschland geklärt werden. Seit der letzten Vorstandsversammlung des VZAP im Sommer ist offiziell bekannt geworden, dass der Zuchtverband VZAP mit existenziellen finanziellen Problemen kämpft.

Herr Eberhard, beauftragtes VZAP- Vorstandsmitglied einer Aufklärungsgruppe rund um die gebildete Finanz Task Force, die eingesetzt wurde, um die Aktionen des geschäftsführenden Vorstand des VZAP zu prüfen, wandte sich im Juli an den DRAV- Präsidenten mit der Bitte, die Klage des DRAV vorab erhalten zu können. Sein Vorhaben sei es, so stellte er sein Ansinnen dar, dem geschäftsführenden Vorstand die Klage vorzulegen, um eine aussergerichtliche Einigung herbeizuführen. Der DRAV- Vorstand hatte dieser Bitte entsprochen und die Klage vorab zur Einsichtnahme herausgegeben. Nach Erhalt der Klageschrift wurden jedoch keine weiteren Verhandlungen seitens des VZAP/ZSAA aufgenommen, so dass unklar bleibt, zu welchem tatsächlichen Zweck die Verhandlungsbereitschaft signalisiert wurde.

In dieser Woche hat in Paris die Jahreshauptversammlung der IFAHR stattgefunden, auf dieser der DRAV wie jedes Jahr vertreten war. Ein wichtiger Tagesordnungspunkt nach der Vorstellung der strategischen Ziele der IFAHR für 2016 und der Wahl des jetzt neuen IFAHR- Mitgliedslands Italien war die von der IFAHR auf die Tagesordnung gesetzte Berichterstattung des DRAV über die Lage der Rennen für Arabische Vollblüter in Deutschland. Präsident Dr. Daverio berichtete über den aktuellen Stand der Situation bezogen auf die Klage und die gerichtliche Klärung der Sache. Der DRAV- Vorstand erhoffe sich ein Urteil noch in diesem Jahr.

IFAHR- Präsident Sami Jassim Al Boenain stellte klar, dass dieses Problem erst einmal in Deutschland unter den Beteiligten bzw. vor Gericht geklärt werden müsse. Der Konflikt könne nicht in der IFAHR ausgetragen werden.

Von einer IFAHR- Mitgliedschaft der deutschen Zuchtverbände oder Fugaro wurde in diesem Zusammenhang nicht gesprochen. Der französische Vertreter von France Galop, Dr. Gadot , forderte, dass bis zum Urteil der gerichtlichen Klärung, sofern diese nicht mehr in diesem Jahr und vor der kommenden Rennsaison 2016 erfolge, es notwendig sei, seitens der IFAHR vom deutschen Direktorium(DVR) Köln einzufordern, die Ausstellung der RCN (Racing Clearance Notification) selbst auszufertigen, da es mit Deutschland inzwischen grosse Konfusionen gebe. Für den reibungslosen administrativen Ablauf auf internationaler Ebene sei dies unerlässlich.

Der DRAV- Vorstand bittet seine Mitglieder um Geduld vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Klage. Es ist ein wirklich langer Atem gefragt. Das ist dem Vorstand bewusst. Mit dem Einbiegen in den Klageweg hat der DRAV auf nationaler Ebene Fakten geschaffen, die am Ende des Prozesses in Deutschland für Klarheit sorgen werden, was die Beauftragung zur Durchführung von Araberrennen in Deutschland betrifft.

Der DRAV schöpft seine Möglichkeiten aus und bleibt im Sattel, um seinen Mitgliedern, Besitzern und Trainern und den Freunden des Araberrennsports wieder eine kompetente, lebendige, wachsende und national wie international anerkannt funktionierende Organisation von Rennen anbieten zu können.

 

Mit besten Grüssen im Namen des DRAV- Vorstands

Dr. Paul Daverio                                         Andreas Tiedtke
Präsident                                                    Vize-Präsident

Xanten, 10. Oktober 2015